PSV will Jugendtraining optimieren

RZ
„Fußball spielen Handballer nur zum Warmmachen“. Ein Satz, der ziemlich präzise die eher neckische Beziehung der beiden Sportarten umschreibt. Aber ein Umstand, an dem sich Sandra Mroz und Frauke Korfsmeier reiben.

Nicht, dass beide Trainerinnen das Verhältnis zwischen „Pöhlern“ und „Werfern“ aufpolieren wollen. „Uns ärgert, dass viele Trainer zum Warmmachen NUR Fußball spielen lassen“, stellt Mroz fest. Das könne nunmal nicht im Sinne des Erfinders sein. „Das hat nichts mit sportartspezifischem Training zu tun.“

Und schon im PSV-Jugendkonzept heißt es: „Durch eine professionelle Jugendarbeit wollen wir Talente entdecken und fördern.“ Und die Betonung auf professionell nehmen Korfsmeier/Mroz sehr ernst: „Um Weihnachten herum entstand die Idee eines Trainer-Lehrgangs, weil etliche Ex-Mitspielerinnen jetzt Übungsleiterin sind und Fragen nach Trainingsinhalten hatten“, schildert Korfsmeier.

Fluchs wurde das in Absprache mit PSV-Abteilungsleiter Wolfgang Temme festgezurrt. Und eine Veranstaltung rein theoretischer Natur sollte die Zusammenkunft nicht werden. „Es ist immer besser etwas am lebenden Objekt zu zeigen“, lehnt Mroz die graue Theorie ab. „Im laufenden Prozess sollte auch mal unterbrochen und korrigiert werden.“
Der Fokus war neben dem Aufwärmprogramm auch auf das Torwarttraining gerichtet. Denn auch dort, so die Erfahrungen des Trainer-Duos, liege vieles im Argen: „Stumpfes Torschusstraining wärmt oftmals nur den Pfosten oder die Wand auf. Der Torwart ist – außer ein paar Paraden – für die meiste Trainingszeit arbeitslos“, weiß Mroz. Und die ist rar gesät.

„Es gibt wenig freie Hallenzeiten und manche Gruppen können aus Platzgründen meist nur die halbe Halle nutzen. Von daher ist uns ein hochwertigeres und komplexeres Training wichtig, um die Jugendlichen weiterzuentwickeln.“
Und so hielten Korfsmeier, die über acht Jahre für das Magazin „Handballtraining“ schrieb, und Mroz, die an der Universität Sport mit Schwerpunkt Handball studierte, in der Halle Nord zwei Demonstrationseinheiten für die PSV-Nachwuchstrainer ab.

Vormittags hielt die weibliche A-Jugend als Versuchkaninchen her – erneut. Bereits in der vergangenen Woche trainierte das Team von Trainer Michael Brannekämper unter der Ex-Bundesligaspielerin Renate Wolf. Am Nachmittag durfte die männliche A-Jugend neue Übungen bezüglich des Torwarttrainings demonstrieren. Das Feedback fiel laut Korfsmeier/Mroz ungebrochen positiv aus: „Es waren alle zufrieden.“

Dem großen Wunsch der beiden Übungsleiterinnen („Hoffentlich bleibt etwas hängen“) beugten sie vor und ließen vorsorglich eine Broschüre mit den gezeigten Übungen anfertigen – damit nicht wieder nur Fußball zum Aufwärmen gespielt wird.

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